Neue Zürcher Zeitung

Bühne frei für den Modenachwuchs9. Juli 2013

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Jungtalente – unter ihnen der Schweizer Julian Zigerli – prägen die Berliner Fashion Week. 
Grosse Designer wie Hugo Boss, Escada oder Rena Lange fehlten an der Berliner Fashion Week, die am Sonntag zu Ende ging. Dafür rücken junge Talente in den Fokus.
David Torcasso
Zur Berliner Fashion Week in der «spannendsten Stadt Europas» reisen Designer, Prominente, Modebegeisterte, Einkäufer, Blogger und Journalisten gerne an. Die Besucher sind bunt, die Partys legendär, und die Stadt strotzt vor kreativer Energie. Trotzdem sind grosse Marken wie Hugo Boss, Escada oder Rena Lange diesen Sommer der Fashion Week ferngeblieben. Das umsatzstärkste deutsche Modeunternehmen Hugo Boss nennt als Grund für die Absage ein stärkeres Engagement im asiatischen und amerikanischen Raum. Zwar wird betont, dass Berlin immer noch wichtig sei, eine Rückkehr nicht ausgeschlossen, aber zurzeit andere Märkte bedient würden. Das bedeutet: Berlin ist für internationale Labels nicht wirklich relevant. Die deutsche Hauptstadt hat es noch nicht in die Liga der Modemetropolen geschafft.Doch wenn die mächtigen Labels abwesend sind, erhalten Jungtalente mehr Aufmerksamkeit. Rund 50 Designer zeigten ihre Sommerkollektion 2014 in den Zelten beim Brandenburger Tor, 2500 Modemacher waren es an 15 Messen in ganz Berlin. Als Teil des offiziellen Programms hat dieses Jahr der Schweizer Modedesigner Julian Zigerli für Aufsehen gesorgt.

Für seine Show unter dem Titel «At the End of The World» konnte Zigerli die Künstlerin Katharina Grosse gewinnen. Sie ist bekannt für ihre massiven Farbschattierungen und chromatischen Scherbenhaufen. Wie ähnlich sich die beiden in ihrem Farbfeuerwerk sind, zeigte sich in einer Kreuzberger Galerie.

Künstlerin Grosse bespritzte die Models mit bunten Farbklecksen und belebte den sportlichen Chic von Julian Zigerli zusammen mit den Models zu lebenden Leinwänden. Die Kollektion entfaltete sich wie eine Fata Morgana. Doch nicht nur Zigerli verstand es, seine Kleidung gekonnt in Szene zu setzen. Der deutsche Designer Patrick Mohr präsentierte seine Kollektion «Humans» in einem leerstehenden Warenhaus auch an Menschen aus sozialen Randgruppen mit Behinderungen oder Geschlechtsumwandlung.

Moral und Haltung scheinen diesen Sommer wichtiger denn je zu sein. So verzeichnet die Ethical Fashion Show für Umweltbewusste im Berliner eWerk einen Besucherrekord. Stella McCartney, die neue Botschafterin des Nachwuchsprogramms der Fashion Week, produziert ihre Mode ausschliesslich vegan. Dieses Jahr fand zudem erstmals auch die Übergrössen-Modemesse «Curvy is sexy» statt.

“Die Ideen feiern, wo sie geschehen”15. Februar 2013

 
Jörg Koch, kreativer Kopf hinter dem Kunst- und Kulturmagazin «032c», ist seit einem Jahr auch Chefredakteur der deutschen Ausgabe des Andy-Warhol-Magazins «Interview» – ein Porträt.
David Torcasso

Jörg Koch geht durch sein Atelier in Berlin-Mitte. Der Betonraum mit dem massiven Glaskasten ist an diesem Freitagabend proppenvoll mit Künstlern, Verlegern, Regisseuren oder Gastronomen. Der Schweizer Fotograf Walter Pfeiffer …

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Aktualisiert am 15. Februar 2013

Gesucht: Die Blondine in der zweiten Reihe30. Januar 2013

In der Bibliothek in einen attraktiven Menschen verguckt, aber den richtigen Moment verpasst. Oder mal wieder die Schüchternheit nicht überwunden? Sogenanntes Spotting soll Flirt-Angsthasen an Schweizer Unis auf die Sprünge helfen.

David Torcasso

«Süsses Mädchen mit langen braunen Haaren und hellblauem Pulli. Ich sitze dir schon den ganzen Tag gegenüber und hoffe auf ein Zeichen von dir. …

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Aktualisiert am 31. Januar 2013

Kind, wie siehst du nur aus?11. Januar 2013

Die Soziologin Diana Weis hat mit dem Berliner Archiv der Jugendkulturen ein lesenswertes Buch über Geschichte und Gegenwart der Jugendmode publiziert.
David Torcasso

Haben Sie früher eine schwarze Lederjacke als Uniform der Unangepassten getragen? Oder «Doc Martens» mit Hosenträger und Glatze? Trafen Sie sich zu illegalen Partys in Kellern? Oder verkörperten Sie das pure Gegenteil: ein schicker …

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Aktualisiert am 16. Januar 2013

Stilikone Joseph Beuys30. November 2012

David Torcasso Die «Soziale Plastik» war der erweiterte Kunstbegriff des deutschen Jahrhundertkünstlers Joseph Beuys. Er kreierte Kunst, mit welcher er die Gesellschaft verändern wollte. Dabei beschränkte er sich nicht nur auf das materiell vorhandene Œuvre. Auch Kleidung half Beuys, seine Botschaft zu transportieren. In der Performance «Iphigenie/Titus Andronicus», die Beuys 1969 in Frankfurt zeigte, trug …

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Aktualisiert am 16. Januar 2013

Stilikone Sophie Taeuber-Arp2. November 2012

STILIKONE N° 49
Sophie Taeuber-Arp (*1889 Davos, †1943 Zürich)
David Torcasso Jeder Schweizer kennt Sophie Taeuber-Arp – schliesslich ziert sie, eine der vielseitigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, seit 1995 die Fünfzigfrankennote. Bekannt wurde die Künstlerin, die ihr ganzes Leben nie mit viel Geld gesegnet war, erst nach ihrem tragischen Tod. 1943 starb sie auf rätselhafte Weise im …

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Aktualisiert am 2. November 2012

Zurück zu den Anfängen19. Oktober 2012

 
Peter Saville, Grafikdesigner von Weltrang, über seine lebenslange Suche nach dem künstlerischen Freiraum

Der Grafik-Pionier Peter Saville schuf weltbekannte Plattenhüllen und Modekampagnen. Heute ist der 57-Jährige Künstler und Creative Director der Stadt Manchester. Eine Begegnung in London.
David Torcasso
Peter Saville ist das, was man mit Fug und Recht eine Legende nennen darf. Mit Plattencovers für stilprägende Bands …

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Aktualisiert am 20. Mai 2013

“Berlin steht kopf”6. Juli 2012

Derzeit findet in Berlin die 27. Ausgabe der Modemesse «Bread & Butter» statt. Sie ist das Lebenswerk des Karl-Heinz Müller, der sein Handwerk einst von einem Schweizer lernte. In ihrem Umfeld hat sich inzwischen eine Modewoche etabliert.

David Torcasso
Dass Berlin diese Woche auch wieder eine europäische Modehauptstadt ist, ist massgeblich das Verdienst von Karl-Heinz Müller. Er …

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Aktualisiert am 6. Juli 2012

Radikal elegant13. April 2012

Die skulpturale Avantgarde des in Berlin lebenden Bulgaren Vladimir Karaleev

David Torcasso

Vladimir Karaleev experimentiert mit freien Schnitten und offenen Nähten – und kreiert dabei trotzdem tragbare Mode. Er gilt als eines der grössten Talente jüngerer Generation.

Wer die Mode von Vladimir Karaleev verstehen will, sollte den Designer in seinem kleinen Studio nahe der Berliner Friedrichstrasse besuchen. Dort …

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Aktualisiert am 19. Oktober 2012

Wer ist ein Hipster?23. März 2012

Ein neues Buch versucht, ein kaum greifbares Stilphänomen zu erklären

David Torcasso · Der Hipster ist – oder gibt sich – 16 bis 35 Jahre jung und tummelt sich in Berlin-Neukölln oder New York-Williamsburg, aber auch an der Zürcher Langstrasse. Seine Merkmale sind, unabhängig vom Geschlecht: eine schlaksige Gestalt, enge Röhrenjeans, Hornbrille auf der Nase und …

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Aktualisiert am 19. Oktober 2012